Sommer: „Das Relief mit dem üppigsten Reichtum“

Die Bewegungen simd rund, voll freier Selbstverständlichkeit. Alles quillt über vom Leben und Freude am Dasein. Die Ranken schwellen von Früchten, an denen gierige Vögel picken. Die nackten Körper sind in lichtes Gelbgrau getaucht, die Gewänder der Knienden orange bemalt. Zwischen den gelbgrünen Pflanzen und Vögeln schimmert das Blau des Grundes nur an wenigen Stellen hervor. Die Schalen, getragen von den drei Kauernden der Mitte, sind terrakottarot. Wie die Gestalten des Frühlings, haben auch die des Sommers orangefarbenes Haar in der oberen Reihe, grauschwarzes in der unteren.

Vergoldete Gitter mit graziösen, vogelbelebten Ranken trennen die Nische vom Park und halten dem Ernst der Reliefs und ihres Rahmenwerks die frohe Anmut des Spiels entgegen. Indem sie das Blau der Inschrift noch intensiver aufleuchten lassen, helfen sie zugleich, eine Farbenverbindung zwischen dem Sockel und dem Blau des Reliefgrundes herzustellen.

Aus: Hans Hildebrandt: Der Platanenhain, Berlin, 1915


G L E I C H   W I E   D E R   L E I B   I M   L E B E N   S C H O N

A U S   J U G E N D B L U E T E   A L T E R   Z E U G T

E R Z E U G T   S I C H   W I E D E R   N E U   D E R   L E I B

(Sockelinschrift: Zweiter Gesang der Bhagavad Gita, 13. Vers)


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s