Schlagwort-Archive: Künstlerkolonie

Lasst Blumen sprechen!

Es dauert nicht mehr lang: Nur noch wenige Wochen trennen Darmstadt von der großen Entscheidung mit seiner Künstlerkolonie Mathildenhöhe zum UNESCO Weltkulturerbe zu werden. Oder vielleicht doch nicht? Große Zuversicht wechselt sich mit unvermittelten Anflügen von leisem Zweifel. Wir, tatsächlich Welterbe? Aber sicher doch. Die Spannung steigt jedenfalls! Lenken wir uns also ein wenig ab und machen Pause – eine Blaupause.

Das „Blumenhaus“ von Joseph M. Olbrich – eine Blüte als Grundriss.
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Als die Moderne aufblitzte: Viele Funktionen unter einem expressiven Dach

Das Ernst Ludwig-Haus war von Beginn an ein faszinierendes Gebäude, aber auch ein widersprüchliches. Während die Südfassade gänzlich der Präsentation vorbehalten war mit dem vielen Gold an Fenster, Türen und Eingangsbogen, mit seinen monumentalen Treppen und den ebenso gewaltigen Kolossalfiguren, folgte die im kompletten Kontrast dazu stehende Nordfassade ganz den Bedürfnissen der Künstler in ihren Ateliers. Da gab es eine lange Reihe schräg stehender Oberlichter, was zu einem sehr expressiven Gebäudeprofil führte, sowie ein riesiges Atelierfenster in der Mitte mit nicht schöner, aber praktischer Anlieferungspforte unten. Es war ein konsequent funktionaler Bau.

Vielleicht hatte das Ernst Ludwig-Haus ursprünglich aber auch einfach zu viele Funktionen in einem zu erfüllen – als Repräsentationsgebäude der Kunst, als Atelierhaus mit Bildhauerwerkstatt, als festlicher Versammlungsort und Treffpunkt, als Verwaltungssitz und Wohnhaus für Künstler. Und wie wir es von den heute bekannten Multifunktionsgeräten im Büro kennen, sind diese immer ein Kompromiss. Sie können nicht alles gleich gut.

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Eine viel versprechende Fassade: Gold und Gloria für’s Ernst Ludwig-Haus

Heute vor exakt 120 Jahren war nicht nur das Wetter deutlich besser in Darmstadt, auch auf der Mathildenhöhe ging es an diesem Tag besonders festlich zu: Denn am 15. Mai 1901 wurde das Ernst Ludwig-Haus feierlich eingeweiht und zugleich die erste Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie eröffnet. Die lange Treppe hinauf zum weißen „Tempel der Arbeit“ wurde förmlich zu einer Prozessionsstraße über die man nach dem Ende des feierlichen Weihespiels gemeinsam hinaufzog zum ganz in Gold glänzenden Eingang: vorbei an kolossalen Figuren aus Stein links und rechts, unter goldenen Lorbeerkränzen durchschreitend, die zwei schmale Damen aus Bronze über die Köpfe der Eintretenden hielten, hinein in den „heiligen Schrein“. Denn so muss es allen Beteiligten an jenem herrlichen Frühlingstag vorgekommen sein: Als habe man einem Gottesdienst beigewohnt und betrete nun das Allerheiligste.

Was für eine Pracht!

Die Südfassade des Ernst Ludwig-Hauses verschlägt einem bis heute den Atem. Soviel Pracht, soviel Gold, soviel Schönheit! Dabei wirkt der so überreich dekorierte Eingang überraschenderweise keinesfalls überladen. Vielmehr ist er der passende Kontrast zu der ansonsten flächig weißen, relativ schmucklosen Fassade des insgesamt 55 Meter langen Gebäuderiegels. Alles ist im Gleichgewicht, „in ein inniges Verhältnis gebracht“, das stellte selbst einer von Joseph Olbrichs schärfsten Kritikern, Felix Commichau, 1901 anerkennend fest.

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Ein Bild von der Moderne: das Ernst Ludwig-Haus

Hocherfreulich ist die formale Ausgestaltung des Gebäudes nach dem Hauptplatze zu. Innerhalb aller Schöpfungen der sogenannten „modernen“ Architektur, stellt sie sich als eine hervorragende Leistung dar, und ist ohne Zweifel das beste, reifste, was Olbrich bisher geschaffen. Die große Front ist von wohltuendem Ebenmaasse. Grosse, stille Ruhe, schwungvolle energische Bewegung sind gegeneinander mit überraschender Sicherheit abgewogen und in ein inniges Verhältnis gebracht.

Die Zeilen, 1901 geschrieben, haben auch heute ihre Gültigkeit nicht verloren. Sie stammen von Felix Commichau, der Autor vieler Texte im Katalog zur ersten Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt ist, und mit Kritik an anderer Stelle wahrlich nicht sparte. Doch der Südfassade des zentralen Ateliergebäudes der Künstlerkolonie Darmstadt schenkte der Architekturkritiker seinen uneingeschränkten Respekt und Anerkennung.

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Frühlingsgefühle für die Hoetger-Plastiken: Alles bereit und ausgepackt!

Pünktlich zu Ostern zeigt sich der Platanenhain in seinem schönsten Frühlingskleid. Bis vor wenigen Tagen noch waren die freistehenden Skulpturen des Geländes winterdicht verpackt, jede von einem eigenen kleinen Häuschen aus Holz umhüllt. Eben noch vor hartem Winterfrost geschützt sind sie nun wieder in ihrer ganzen Schönheit und Kunstfertigkeit zu bewundern: die sieben Krugträgerinnen der Nordwand, die zehn Löwenvasen der Südseite sowie die vier Schakalvasen aus Guss-Stein im Westen. Insgesamt 21 Skulpturen gilt es jedes Jahr im Herbst zu verhüllen und im Frühjahr wieder zu befreien von ihrem schützenden Winterhaus.

Das Gesamtkunstwerk aus den Händen des Bildhauers Bernhard Hoetger umfasst noch acht weitere Objekte: drei Frauenskulpturen, die sich zur „Brunnengruppe“ vereinen, die vier Reliefbilder in den Ecken des Hains sowie das zentrale Denkmal der sterbenden Mutter mit Kind. Eine monumentale Installation von Kunst im Freien, die besonderen Schutz Bedarf.

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Skulptur vom Ende und Anfang: Mutter und Kind

Das ewige Vergehen und Entstehen von Leben versinnbildlicht wohl kaum eine Figur schmerzlicher und eindrücklicher als die einer sterbenden Mutter mit ihrem soeben geborenen Kind. Vor allen Dingen, wenn das Bild auch noch einen wahren Kern besitzt wie auf der Mathildenhöhe. Mutter und Kind der Großplastik im Platanenhain stellen die Künstlerin Paula Modersohn-Becker dar, die 1907 mit gerade 31 Jahren kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes starb. Sie war eine enge Freundin des Bildhauers Bernhard Hoetger aus seinen Pariser Zeiten. Durch sie wurde er mit der Künstlerkolonie Worpswede bekannt. Die Skulptur der sterbenden Mutter mit Kind hat Hoetger dort auch für ihr Grabmal gestaltet. Während sie in seinem späteren Wohnort an eine Tote erinnerte, feierte er mit ihr in Darmstadt zur Künstlerkolonie-Ausstellung von 1914 das Leben.

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Die TET-Stadt: Hoetgers ägyptisch inspirierte Monumental-Utopie

Für ein Kuriosum in der Architekturgeschichte sorgte Künstlerkolonist Bernhard Hoetger nur wenige Jahre nach seiner Zeit auf der Darmstädter Mathildenhöhe. Dem Keksfabrikanten Hermann Bahlsen entwarf er mitten im Ersten Weltkrieg ein monumentales Stadtviertel für Hannover, das mit dem Bauelementen aus dem Land der Pharaonen spielte, geweiht der einzigartigen Göttin des TET, dem Markenzeichen der Firma.

TET steht für eine ägyptische Hieroglyphe, die sich aus den drei Zeichen für Kobra, Brotlaib und Erde zusammensetzt und „ewig dauernd“ bedeutet. Diese Kartusche hatte sich die Firma Bahlsen 1903 als trendiges Markenzeichen für ihr ausgesprochen haltbares Buttergebäck eintragen lassen, das anfangs noch „Leibniz Cakes“ hieß. Später wurde es in das lautsprachlich gleiche „Leibniz Keks“ umgewandelt, und verhalf damit einer ganzen Backwarengattung zu ihrem deutschen Namen. Die ägyptische Kartusche mit dem TET ziert bis heute die Butterkekse von Bahlsen und auch das Firmenlogo.

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Ägyptomania auf dem Platanenhain oder Echnaton lässt grüßen

Ägyptisches war wieder schwer in Mode als sich Bernhard Hoetger um 1912 an die Gestaltung des Platanenhains auf der Mathildenhöhe machte. Vom Ägyptischen Hocker, den man bei Ausgrabungen gefunden hatte, waren die Möbeldesigner der Zeit sehr angetan und adaptierten den historischen Entwurf für ihre eigenen Stühle. Juweliere ließen sich für ihre Kollektionen vom farbenfrohen ägyptischen Schmuck inspirieren, und mit ägyptischen Ausdruckstänzen, die die Posen auf den Reliefs der alten Ägypter imitierten, unterhielt man das zeitgenössische Publikum. Schauriges von Mumien beschäftigte die Öffentlichkeit, und die Entdeckung Nofretetes im Dezember 1912 sorgte weithin für Aufsehen.

Für seinen Themenpark zum ewigen Kreislauf des Lebens bediente sich Hoetger bei vielen Kulturen und Zeiten, und natürlich durften auch die Pharaonen vom Nil hier nicht fehlen. Insbesondere Echnaton, der zu dieser Zeit in Europa wiederentdeckt wurde und dessen Tontafelarchiv komplett übersetzt war, hatte es ihm angetan.

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Winterlandschaft mit Schnee und Schwänen

Im Winter zeigt sich einer der der schönsten Eingänge auf das Plateau der Mathildenhöhe in seiner ganzen Pracht: Dann verdeckt ihn kein Blattwerk und der Blick ist frei auf den „Keramischen Pavillon“. Seinen Namen hat er von den mattbraunen Keramikreliefs mit ausgesprochen winterharten Blüten, die insgesamt acht Doppelsäulen zieren. Unter seinem zweiten Namen ist er noch viel bekannter: „Schwanentempel“. Denn über den Säulen erhebt sich jeweils ein rechteckiges Kapitell mit einem weißen Schwanenrelief – dem Tier, das Reinheit und Schönheit symbolisiert.

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Originelle Geschenke aus dem Museums-Oktogon: Weihnachtlicher Streifzug

Es gibt einen Ort auf der Mathildenhöhe, der die Tür auch im Corona-Monat noch offen hat: der Museumsshop des Ernst Ludwig-Hauses. Zwar kann man nur einzeln und mit Maske eintreten, aber der Besuch des kleinen Ladenlokals im Oktogon aus Backstein lohnt eigentlich immer. Hier findet sich das ganze Jahr über ein schönes Geschenk für jeden Anlass. Es wäre doch ein Wunder, wenn sich da nichts zu Weihnachten entdecken ließe. 23 Quer hat sich drinnen mal umgeschaut. Hereinspaziert!

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In memoriam: Drei Künstler, drei Gräber

November ist traditionell der Monat, um der Toten zu Gedenken. Nach Allerheiligen und dem Volkstrauertag beendet der Totensonntag die Reihe, der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Auch 23 Quer will diesen Monat der allgemeinen Trauer dazu nutzen, um für einen kurzen Moment inne zu halten und an die großen, vor langer Zeit gestorbenen Künstler zu erinnern, denen wir heute in Darmstadt so viel zu verdanken haben. Ohne sie gäbe es diesen wundervollen Musenhügel über der Stadt nicht, ohne sie hätte Darmstadt keine Kunst- und Architekturgeschichte geschrieben, ohne ihren so schöpferischen Geist gäbe es keine Bewerbung um ein UNESCO Welterbe: die Architekten, Bildhauer und vielen Gestalter der Künstlerkolonie.

23 waren es insgesamt. Von der Gründergeneration der Künstlerkolonie und den Machern der Ausstellungen von 1901 und 1904 sind es drei Künstler, die ihre letzte Ruhestätte in Darmstadt und dem Landkreis fanden. 23 Quer hat ihre Gräber besucht.

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1908: Frische Ideen für die Friedhofskunst

„Eine durchgreifende Besserung unserer trostlosen Zustände des Grabmalwesens kann aber nur erreicht werden, wenn es gelingt, die den Grabmalhandel beherrschenden Steinmetzfirmen vor den Friedhöfen wieder künstlerischer Arbeit zuzuführen.“

Dieses schlechte Zeugnis stellte Anfang des 20. Jahrhunderts der Leiter der „Wiesbadener Gesellschaft für bildende Kunst“, Dr. W. von Grolmann, der Zunft der Grabmalsteinmetze aus. Das zu ändern, hatte er sich zur Aufgabe gemacht und nutzte die „Hessische Landesausstellung für freie und angewandte Kunst“ von 1908 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt, um neue Gestaltungsideen für Friedhöfe öffentlich vorzuschlagen. Denn neben der erstmaligen Präsentation einer kompletten „Kleinwohnungskolonie“ mit sechs Häusern gehörte auch eine Ausstellung hessischer und nachbarschaftlicher Grabmalgeschäfte zum Programm.

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Flowerpower I: Im Namen der Rose bei Christiansen

Während der eine der Rose gleich sein ganzes Haus widmete, plante der andere akribisch bis ins Detail seinen eigenen Garten. Architektur und Natur, das gehörte für die beiden Künstlerkolonisten der ersten Stunde Hans Christiansen und Joseph Maria Olbrich stets zusammen. Während der Maler und Kunsthandwerker Christiansen diesen Gedanken vor allem in der Gestaltung des Innenraums auslebte, baute der Architekt Olbrich kreativ von der Natur inspirierte Formen, Pflanzen und Grün in die Entwürfe für seine Gebäude ein. Haus und Garten waren eine Gesamtkomposition und verschmolzen zu einem einzigen Kunstwerk des Lebens und Wohnens. Flowerpower I: Im Namen der Rose bei Christiansen weiterlesen

Schlusspunkt einer Achse: Backstein statt roter Rosen

Er muss fantastisch gewesen sein, der Blick von hier hinauf zum Ernst-Ludwig-Haus. Denn dieses Halbrund in der Mauer war einmal der Endpunkt eines bezaubernden Architekturgartens, der in mehreren Terrassen vom hoch gelegenen Atelierhaus der Künstler hinunter zum Prinz-Christians-Weg führte. Wo heute eine Wand aus gemauertem Backstein die Lücke füllt und dichte Nadelhözer eine Durchsicht verwehren, rahmten Pflanzen und Bäume eine Sichtachse, die das Rückgrat für die berühmte erste Ausstellung der Künstlerkolonie von 1901 bildete. Entlang dieser setzte Architekt Joseph Maria Olbrich seine epochal neuen Jugenstil-Villen. Schlusspunkt einer Achse: Backstein statt roter Rosen weiterlesen

Eine Postkarte von Olbrich: Farbtupfer

Aquarell Olbrich Ernst Ludwig Haus

Olbrich hatte nicht nur „etwas Sonniges“ in seinen Entwürfen und Zeichnungen, sondern war zudem ein begnadeter Aquarellist. In diesem Aquarell von der Südfront des Ernst Ludwig-Hauses, dem heutigen Museum Künstlerkolonie, kommt beides in voller Blüte zur Geltung. Es zeigt sehr schön, wie die Farbigkeit der Gartenterrasse vor dem flächigen Weiß des Gebäudes Kontraste setzt, wie die bunten Farbtupfer der Pflanzen und Bäume die Reinheit und Klarheit der Architektur verstärkt. Für Olbrich gehörte immer beides zusammen: das Gebäude und die Gestaltung seiner Umgebung. Dem Gartenarchitekten Olbrich und der großen Gartenkunst auf der Mathildenhöhe wird 23 Quer im Sommer 2020 folgen. Seien Sie also gespannt!

(Joseph Maria Olbrich: Aus einer Postkartenserie zur Hessischen Landesausstellung 1908)

Licht- und Schattenseiten oder viel Sonne und Wasser im Platanenhain

Eigentlich ist alles bereits am Eingang gesagt, man muss sich nur die Zeit nehmen, die Inschriften zu lesen: Wasser und Sonne werden hier gleich zu Beginn als Leitmotiv für das vierzig mal achtzig Meter große Gesamtkunstwerk eingeführt. Beide sind der Quell allen Lebens und aller Energie auf der Erde, ohne sie wären wir und alles lebende Wesen auf diesem Planeten nichts. Diese zwei Themen ziehen sich wie ein Leitfaden über den Kunst-Parcours, den der Bildhauer Bernhard Hoetger im Platanenhain auf der Mathildenhöhe installiert hat. Nach den Wasserspielen im Juni widmet sich 23 Quer nun dem zentralen Motiv der Sonne, und wie sie den gestalterischen Bogen im Süden des Platanenhains schließt. Denn die großen Pflanzkübel dort sind weit mehr als nur dekoratives Beiwerk. Sie haben eine bedeutende Rolle im Gesamtkonzept des Hains. Licht- und Schattenseiten oder viel Sonne und Wasser im Platanenhain weiterlesen

„Etwas Sonniges“ oder der Beginn einer ganz besonderen Beziehung

Jetzt im Sommer ist Zeit für die sonnigen Themen. Und davon gibt es auf der Mathildenhöhe einige. Auch für die Geburtsstunde der Künstlerkolonie sollten sie eine entscheidende Rolle spielen. 1898 hatte der Darmstädter Kunstverleger Alexander Koch einige Zeichnungen von Joseph Maria Olbrich veröffentlicht. Diese sah zufällig auch der junge Großherzog Ernst Ludwig. Er schildert diesen Moment und den Beginn ihrer ganz besonderen Beziehung sehr anschaulich in seinen Memoiren:

Ich sah seine Zeichungen für die Sezessions-Ausstellung in Wien, ganz persönlich und anders als die damalige Richtung.

Ich fühlte sofort, da ist etwas Frisches und zu mir Passendes, etwas Sonniges, was ich bei allen anderen nicht spürte.

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Hereinspaziert! Hier ging es mal rein, damals 1908

Hätten Sie es erkannt? Das ist der Platanenhain auf der Mathildenhöhe. Auch heute geht es auf dieser Seite des Parks hinein in das Areal mit seinen 23 Baumreihen, das sich unterhalb des Hochzeitsturms im langen Rechteck von West nach Ost erstreckt. 1908 war der Eingang zum Platanenhain jedoch auch gleichzeitig der Haupteingang in die Hessische Landesausstellung für Freie und Angewandte Kunst, die von Mai bis Ende Oktober ihre Pforten auf der Mathildenhöhe öffnete. Sie war nach 1901 und 1904 die dritte Ausstellung, gleichzeitig aber auch die erste, die die Künstlerkolonie und deren Ateliers, das Ernst-Ludwig-Haus, nicht zum Thema hatten. Hereinspaziert! Hier ging es mal rein, damals 1908 weiterlesen