Archiv der Kategorie: 23 Köpfe: Die Künstler

Flowerpower I: Im Namen der Rose bei Christiansen

Während der eine der Rose gleich sein ganzes Haus widmete, plante der andere akribisch bis ins Detail seinen eigenen Garten. Architektur und Natur, das gehörte für die beiden Künstlerkolonisten der ersten Stunde Hans Christiansen und Joseph Maria Olbrich stets zusammen. Während der Maler und Kunsthandwerker Christiansen diesen Gedanken vor allem in der Gestaltung des Innenraums auslebte, baute der Architekt Olbrich kreativ von der Natur inspirierte Formen, Pflanzen und Grün in die Entwürfe für seine Gebäude ein. Haus und Garten waren eine Gesamtkomposition und verschmolzen zu einem einzigen Kunstwerk des Lebens und Wohnens. Flowerpower I: Im Namen der Rose bei Christiansen weiterlesen

Eine Postkarte von Olbrich: Farbtupfer

Aquarell Olbrich Ernst Ludwig Haus

Olbrich hatte nicht nur „etwas Sonniges“ in seinen Entwürfen und Zeichnungen, sondern war zudem ein begnadeter Aquarellist. In diesem Aquarell von der Südfront des Ernst Ludwig-Hauses, dem heutigen Museum Künstlerkolonie, kommt beides in voller Blüte zur Geltung. Es zeigt sehr schön, wie die Farbigkeit der Gartenterrasse vor dem flächigen Weiß des Gebäudes Kontraste setzt, wie die bunten Farbtupfer der Pflanzen und Bäume die Reinheit und Klarheit der Architektur verstärkt. Für Olbrich gehörte immer beides zusammen: das Gebäude und die Gestaltung seiner Umgebung. Dem Gartenarchitekten Olbrich und der großen Gartenkunst auf der Mathildenhöhe wird 23 Quer im Sommer 2020 folgen. Seien Sie also gespannt!

(Joseph Maria Olbrich: Aus einer Postkartenserie zur Hessischen Landesausstellung 1908)

Tierisch gut! Die andere Seite des F.W. Kleukens

Wenn man es nicht wüsste und er nicht jedes dieser amüsanten Kunstwerke signiert hätte, dann würde man ihn nie hinter diesen witzigen Postkarten vermuten, die Anfang des 20. Jahrhunderts der letzte Schrei waren und ihren Zeichner schlagartig bekannt machten: Friedrich Wilhelm Kleukens. Bevor der Illustrator nämlich 1906 an die Künstlerkolonie nach Darmstadt kam, um als Professor zu lehren und die Ernst Ludwig-Presse zu leiten, war er Gründungsmitglied einer jungen Kreativagentur, die damals die Branche aufmischte: die Steglitzer Werkstatt. Sie bestand nur kurz, von 1900 bis 1903, gilt jedoch als die erste Werbeagentur Deutschlands. Mit viel Witz und und Einfallsreichtum begründeten sie das, was sich später Reklame nennen sollte. Tierisch gut! Die andere Seite des F.W. Kleukens weiterlesen

„Es gibt eine innere und eine äußere Schönheit des Buches. Wenn die Druckgestaltung mit dem Text im rechten Einklang ist, wenn innere und äußere Form zusammengehen, entsteht ein Werk von unvergänglichem Wert, ein Kunstwerk, vollkommen wie ein Meisterwerk der Architektur.“

Christian H. Kleukens, Künstlerkolonie Darmstadt | Zum Portrait der Ernst Ludwig-Presse

Sanierung Haus Olbrich – jetzt auch unten ohne

Das Jahr 2020 ist für die Mathildenhöhe ein ganz besonderes Schaltjahr: Alles wartet gespannt auf die Entscheidung der UNESCO im Sommer – und bis dahin wird gründlich saniert. Denn das wird auf jeden Fall bleiben als Resultat der großen Anstrengung um die Auszeichnung als Weltkulturerbe: eine Künstlerkolonie, die so glänzt wie lange nicht mehr. Sie wird wohl zwar nie mehr ganz wie im Original von 1901 erstrahlen, aber immerhin fast. Sanierung Haus Olbrich – jetzt auch unten ohne weiterlesen

In Feierlaune: Karneval vor 120 Jahren

Karneval 1900 - Kuenstlerkolonie

Fast komplett sind sie hier zusammen zu sehen, die glorreichen Sieben des ersten Jahrgangs der Darmstädter Künstlerkolonie. Von links nach rechts amüsieren sich im Februar 1900 mehr oder weniger originell verkleidet Paul Bürck, Rudolf Bosselt, Hans Christiansen, Ludwig Habich, Peter Behrens und Patriz Huber. Da war der „Tempel der Arbeit“ auf der Mathildenhöhe, das Ernst-Ludwig-Haus mit seinen Ateliers, noch nicht fertig. So feierte man vor dem Porzellanschlösschen am Herrngarten, das anfangs als Arbeitsstätte diente.

Einer fehlt auf dem Bild: Joseph Maria Olbrich, der prägende Architekt der Künstlerkolonie und Primus inter Pares. Dieses Bild gibt also auch ein wenig Aufschluss über die Gruppendynamik der kreativen Geister. Dass er hier nicht mitfeiert, dürfe wohl kein Zufall sein, meinen manche Interpreten. Oder hat er das Bild gar geschossen?

(Quelle: Joseph Maria Olbrich, Ausstellungskatalog 2010, S. 158)

Daniel Greiner: Aus dem Busen der Mutter Natur

Jugenheim Greiner - Busenbrunnen

Einer der schönsten Brunnen aus der Hand eines Mitglieds der Künstlerkolonie steht nicht auf der Mathildenhöhe, sondern ganz versteckt in einem verwunschenen Garten in Jugenheim an der Bergstraße. Er stammt vom Bildhauer Daniel Greiner, der von 1903 bis 1906 der Darmstädter Gruppe angehörte und sicherlich einer der Ersten gewesen sein dürfte, der von den 1904 neu errichteten Bildhauerateliers an der nordöstlichen Seite des Ernst-Ludwig-Hauses profitiert hat. Daniel Greiner: Aus dem Busen der Mutter Natur weiterlesen

Der Club der 23 Künstler

Es waren genau 23 Künstler, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Darmstädter Künstlerkolonie arbeiteten. Sieben gehörten zum legendären Gründerjahrgang von 1899 um den Primus inter Pares, den Architekten Joseph Maria Olbrich. Schon früh verließen fünf der ersten Pioniere sie wieder, darunter auch Peter Behrens, der als Maler und Grafiker nach Darmstadt kam und als Architekt wieder ging. In mehreren Schüben folgten 1903, 1906 und 1907 sowie 1911 und 1913 weitere Künstler dem Ruf des Großherzogs Ernst Ludwig und arbeiteten für den prominenten Auftraggeber und seine Werkstätten. Wer waren diese 23? Der Club der 23 Künstler weiterlesen