„Etwas Sonniges“ oder der Beginn einer ganz besonderen Beziehung

Jetzt im Sommer ist Zeit für die sonnigen Themen. Und davon gibt es auf der Mathildenhöhe einige. Auch für die Geburtsstunde der Künstlerkolonie sollten sie eine entscheidende Rolle spielen. 1898 hatte der Darmstädter Kunstverleger Alexander Koch einige Zeichnungen von Joseph Maria Olbrich veröffentlicht. Diese sah zufällig auch der junge Großherzog Ernst Ludwig. Er schildert diesen Moment und den Beginn ihrer ganz besonderen Beziehung sehr anschaulich in seinen Memoiren:

Ich sah seine Zeichungen für die Sezessions-Ausstellung in Wien, ganz persönlich und anders als die damalige Richtung.

Ich fühlte sofort, da ist etwas Frisches und zu mir Passendes, etwas Sonniges, was ich bei allen anderen nicht spürte.

Er kam gleich auf meinen Ruf, … wir beide fingen sofort Feuer. Meine Gedanken begeisterten ihn, und mir war er von vornherein äußerst sympathisch.

Dabei fühlte ich, dass dem deutschen Geist etwas mehr Leichtigkeit und Geschmack vonnöten waren, und dass er der Richtige dafür war, denn gerade diese Feinheit war seine Natur.

… Wir wurden bald wirkliche Freunde und besprachen alles zusammen. Jede Idee, die er hatte, jeder Plan, den er aufzeichnete, bearbeiteten wir zusammen und war er zu himmelstürmend, so konnte ich ihm immer die Notwendigkeit der Realität entgegenstellen, die er auch sogleich verstand.


Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein: Grundideen eines konstitutionellen Fürsten. Mit einem biographischen Essay von Golo Mann (Hrsg: Eckhart G. Franz, zum 40. Todestag, 1977)

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