Schlagwort-Archive: Gräber

„The good die young“: Joseph Maria Olbrich

So unerwartet wie plötzlich verstarb Joseph M. Olbrich am 8. August 1908 in Düsseldorf. Der führende Kopf der Darmstädter Künstlerkolonie wurde mitten aus der Arbeit, aus seinem Leben gerissen, hinterließ seine Frau Claire und sein gerade geborenes, erstes Kind, eine Tochter. Er wurde nur 40 Jahre alt. Auf dem Alten Friedhof von Darmstadt fand nur wenige Tage später, am 12. August, die Beisetzung statt. Seine Totenmaske zeigt ein letztes Bild des Schwerkranken, den eine Leukämie in kürzester Zeit dahinraffte. Genau 114 Jahre ist das heute her. Es war damals ein Samstag, an dem er zu früher Nachmittagsstunde für immer von dieser Welt ging.

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In Memoriam II: Noch drei Künstler, noch drei Gräber

Von den 23 Künstlern der Künstlerkolonie Darmstadt haben sechs ihre letzte Ruhestätte in Darmstadt und der näheren Umgebung gefunden. Vor einem Jahr hat 23 Quer die Gräber der Gründergeneration und frühen Künstlerkolonisten der Ausstellungen von 1901 und 1904 besucht und ihrer besonders gedacht. Nach dem ersten Teil über Joseph Maria Olbrich, Ludwig Habich und Daniel Greiner aus dem November 2020 folgt nun der zweite: Er führt ebenfalls zu drei Gräbern bedeutender Künstler: Sie haben für die Ausstellungen von 1908 und 1914 Großes geleistet. Vor langer Zeit sind sie gestorben. Doch uns haben sie so viel Bleibendes von außergewöhnlichem Wert hinterlassen, dass es nun sogar schützenwert für die gesamte Menschheit, UNESCO Weltkulturerbe, ist.

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In memoriam: Drei Künstler, drei Gräber

November ist traditionell der Monat, um der Toten zu Gedenken. Nach Allerheiligen und dem Volkstrauertag beendet der Totensonntag die Reihe, der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Auch 23 Quer will diesen Monat der allgemeinen Trauer dazu nutzen, um für einen kurzen Moment inne zu halten und an die großen, vor langer Zeit gestorbenen Künstler zu erinnern, denen wir heute in Darmstadt so viel zu verdanken haben. Ohne sie gäbe es diesen wundervollen Musenhügel über der Stadt nicht, ohne sie hätte Darmstadt keine Kunst- und Architekturgeschichte geschrieben, ohne ihren so schöpferischen Geist gäbe es keine Bewerbung um ein UNESCO Welterbe: die Architekten, Bildhauer und vielen Gestalter der Künstlerkolonie.

23 waren es insgesamt. Von der Gründergeneration der Künstlerkolonie und den Machern der Ausstellungen von 1901 und 1904 sind es drei Künstler, die ihre letzte Ruhestätte in Darmstadt und dem Landkreis fanden. 23 Quer hat ihre Gräber besucht.

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1908: Frische Ideen für die Friedhofskunst

„Eine durchgreifende Besserung unserer trostlosen Zustände des Grabmalwesens kann aber nur erreicht werden, wenn es gelingt, die den Grabmalhandel beherrschenden Steinmetzfirmen vor den Friedhöfen wieder künstlerischer Arbeit zuzuführen.“

Dieses schlechte Zeugnis stellte Anfang des 20. Jahrhunderts der Leiter der „Wiesbadener Gesellschaft für bildende Kunst“, Dr. W. von Grolmann, der Zunft der Grabmalsteinmetze aus. Das zu ändern, hatte er sich zur Aufgabe gemacht und nutzte die „Hessische Landesausstellung für freie und angewandte Kunst“ von 1908 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt, um neue Gestaltungsideen für Friedhöfe öffentlich vorzuschlagen. Denn neben der erstmaligen Präsentation einer kompletten „Kleinwohnungskolonie“ mit sechs Häusern gehörte auch eine Ausstellung hessischer und nachbarschaftlicher Grabmalgeschäfte zum Programm.

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Die Kunst des Grabmals

Schönheit und Kunst in alle Bereiche des Lebens zu bringen, dieses Streben der reformbewegten Künstler auf der Mathildenhöhe erstreckte sich auch bis zum Ende des Lebens, zu Begräbnis und Bestattung. Es waren vor allem zwei Bildhauer aus der frühen Künstlerkolonie, der beiden Ausstellungen von 1901 und 1903, die sich um das Thema Grabmäler und Friedhofskultur verdient gemacht haben: Ludwig Habich und Daniel Greiner. Habich haben wir eines der schönsten Grabmäler Darmstadts zu verdanken. Es befindet sich hoch oben auf der Rosenhöhe.

Das Grabmal erinnert an ein kleines Mädchen, das viel zu früh im Alter von gerade einmal acht Jahren verstarb: an Elisabeth, die einzige Tochter des Darmstädter Großherzogs Ernst Ludwig aus seiner unglücklichen ersten Ehe mit Victoria Melita von Sachsen-Coburg und Gotha. Das „Prinzesschen“, wie es von den Darmstädtern auch liebevoll genannt wurde, starb genau heute vor 117 Jahren, am 16. November 1903.

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