Schlagwort-Archive: Olbrich

„Etwas Sonniges“ oder der Beginn einer ganz besonderen Beziehung

Jetzt im Sommer ist Zeit für die sonnigen Themen. Und davon gibt es auf der Mathildenhöhe einige. Auch für die Geburtsstunde der Künstlerkolonie sollten sie eine entscheidende Rolle spielen. 1898 hatte der Darmstädter Kunstverleger Alexander Koch einige Zeichnungen von Joseph Maria Olbrich veröffentlicht. Diese sah zufällig auch der junge Großherzog Ernst Ludwig. Er schildert diesen Moment und den Beginn ihrer ganz besonderen Beziehung sehr anschaulich in seinen Memoiren:

Ich sah seine Zeichungen für die Sezessions-Ausstellung in Wien, ganz persönlich und anders als die damalige Richtung.

Ich fühlte sofort, da ist etwas Frisches und zu mir Passendes, etwas Sonniges, was ich bei allen anderen nicht spürte.

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„Meine Mathildenhöhe“: Flanieren mit Renate Charlotte Hoffmann

Wir treffen uns im Platanenhain. Wo auch sonst? Ist doch keiner der vielen bemerkenswerten Orte auf der Darmstädter Mathildenhöhe so eng verbunden mit ihrem Namen: Renate Charlotte Hoffmann gilt nicht Wenigen als seine Retterin. Mit ihr startet 23 Quer seine neue Rubrik „Meine Mathildenhöhe“. Hier erzählen Menschen, die die Mathildenhöhe prägen, begleiten und für sie an den unterschiedlichsten Stellen wirken, ihre ganz persönlichen Geschichten zu diesem ganz besonderen Stück Darmstadt. Gemeinsam mit ihnen flanieren wir über den  Musenhügel. Drei Orte, drei Stopps, drei Geschichten. Los geht’s!

Stopp 1: Der Platanenhain

Ja, der Platanenhain. Die Bäume dort müssten ihr eigentlich für immer dankbar sein. Jedenfalls mindestens 60 von ihnen. Denn diese sind nach neueren Erkenntnissen eines von der Stadt Darmstadt in Auftrag gegebenen Sachverständigengutachtens nun doch noch zu retten. Der anfänglichen Initiative von Renate Charlotte Hoffmann ist es letztendlich zu verdanken, dass statt eines Kahlschlags heute nun die Sanierung des altehrwürdigen, aber leider auch betonharten Bodens des Platanenhains im Fokus steht.

„Wäre es nach den alten Planungen gegangen, gäbe es den Platanenhain bald nicht mehr. Dann hätten wir in der Mitte für lange Zeit ein relativ kahles Rechteck von der Größe 100 gefällter Bäume gehabt, umrahmt von einem äußeren Ring noch stehen gebliebener Platanen“, erzählt sie. Alternativlos? Mit diesem Gedanken wollte sie sich nach Bekanntwerden der ersten erschütternden Nachrichten in 2017 nicht anfreunden. „Meine Mathildenhöhe“: Flanieren mit Renate Charlotte Hoffmann weiterlesen

Sanierung Haus Olbrich – jetzt auch unten ohne

Das Jahr 2020 ist für die Mathildenhöhe ein ganz besonderes Schaltjahr: Alles wartet gespannt auf die Entscheidung der UNESCO im Sommer – und bis dahin wird gründlich saniert. Denn das wird auf jeden Fall bleiben als Resultat der großen Anstrengung um die Auszeichnung als Weltkulturerbe: eine Künstlerkolonie, die so glänzt wie lange nicht mehr. Sie wird wohl zwar nie mehr ganz wie im Original von 1901 erstrahlen, aber immerhin fast. Sanierung Haus Olbrich – jetzt auch unten ohne weiterlesen

Im Zeichen der Rose: Im Dunkel der Nacht auf den Hochzeitsturm von Darmstadt

Nachtfuehrung 14 Feb 2020 Der Kuss mit RoseNicht oft hat man Gelegenheit, die Prachträume des Hochzeitsturms in Darmstadt von Innen zu sehen. Schließlich heiratet man auch nicht alle Tage, denn nur Hochzeitspaare und deren Gäste kommen ansonsten in den Genuss, die heiligen Hallen zu betreten und sich im Zimmer der Großherzogin unter einer mächtigen Decke in Gold trauen zu lassen. Wer zu den normalen Öffnungzeiten auf die Aussichtsplattform steigt oder fährt, der kann zwar durch eine Glastür einen Blick hineinwerfen, aber eben nicht hineingehen. Es sei denn, man kommt zu einer der Sonderführungen des Förderkreises Hochzeitsturm. Etwas ganz Spezielles und erst seit Kurzem im Programm sind die Nachtführungen. Dann schimmert alles im Schein der vielen Lichter, liegt über der prunkvollen Innenausstattung ein besonderer Glanz. Im Zeichen der Rose: Im Dunkel der Nacht auf den Hochzeitsturm von Darmstadt weiterlesen

Olbrich hatte den Dreh einfach raus

Heberer-Plan 1878 Aussschnitt quer
Vorher: 1878 befindet sich zwischen Platanenhain und der Erbacher Straße ein Park.

Eine Konstante bleibt, egal, welche Karte man sich anschaut von der Mathildenhöhe: der Platanenhain im Norden. 1833 angelegt ist er das älteste Mitglied im städtebaulichen Gesamtkunstwerk. Das langgezogene Rechteck mit seinen regelmäßigen Baumreihen ist immer gut zu erkennen und hilft bei der Orientierung. Darunter hat sich dann viel getan im Laufe der folgenden Jahrzehnte.

Eine der ältesten Zeichnungen von der Höhe, die später so berühmt werden sollte, ist der Heberer-Plan von 1878. Er zeigt die Parkanlage, die auf einem ehemaligem Weinhügel am Rande der Stadt seit 1800 hier entstanden war: Viele Spazierwege schwingen sich in großen Bögen sanft den Hang hinauf. An markanten Kreuzungspunkten sind Pavillons zu sehen, ein kleiner Platz ganz oben. Auch der Hochbehälter des städtischen Wasserwerks, der an der höchsten Stelle von 1877 bis 1880 errichtet wurde, ist bereits eingezeichnet. Olbrich hatte den Dreh einfach raus weiterlesen