Archiv der Kategorie: 23 Reihen: Der Platanenhain

Hereinspaziert, die Zweite! Mitten im Bild

Erste Aufgabe: Denken Sie sich die Pfosten weg! Die haben hier am Eingang zum Platanenhain künstlerisch so rein gar nichts zu suchen. Denn, was wir hier auf der Mathildenhöhe sehen und nur kurze Zeit später betreten, ist schon an dieser Stelle scheinbaren Leerraums Teil eines Kunstwerks von Bernhard Hoetger – eines ziemlich großen allerdings. Es reicht vom Eingang bis ganz hinüber ans andere Ende zu einer Skulpturengruppe mit drei schlanken Frauenfiguren, krönender Teil eines von dichtem Efeu umrankten Brunnens. Wie die Linien einer Zentralperspektive leiten die Platanenbäume unseren Blick zu diesem 40 Meter entfernten Fluchtpunkt. Hereinspaziert, die Zweite! Mitten im Bild weiterlesen

Hereinspaziert! Hier ging es mal rein, damals 1908

Hätten Sie es erkannt? Das ist der Platanenhain auf der Mathildenhöhe. Auch heute geht es auf dieser Seite des Parks hinein in das Areal mit seinen 23 Baumreihen, das sich unterhalb des Hochzeitsturms im langen Rechteck von West nach Ost erstreckt. 1908 war der Eingang zum Platanenhain jedoch auch gleichzeitig der Haupteingang in die Hessische Landesausstellung für Freie und Angewandte Kunst, die von Mai bis Ende Oktober ihre Pforten auf der Mathildenhöhe öffnete. Sie war nach 1901 und 1904 die dritte Ausstellung, gleichzeitig aber auch die erste, die die Künstlerkolonie und deren Ateliers, das Ernst-Ludwig-Haus, nicht zum Thema hatten. Hereinspaziert! Hier ging es mal rein, damals 1908 weiterlesen

Frühlingserwachen

Im ewigen Zyklus der Jahreszeiten beginnt nun eine der schönsten Episoden im Kalender: Genau heute erwacht auf der Nordhalbkugel der Frühling! Der richtige Moment also, um kurz auf den Platanenhain zu schwenken, durch das Portal mit dem Leoparden und dem Silberlöwen zu gehen, auf den gegenüberliegenden Brunnen zu und sich dann nach rechts Richtung Hochzeitsturm zu drehen – dann steht man vor ihm: dem Frühling. Denn genauso hat Bernhard Hoetger sein Gruppenbild aus elf Figuren genannt, dem man sich unversehens gegenüber sieht.

Es ist eins von vier Reliefbildern, die er ab 1912 für die vierte und letzte Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie von 1914 gearbeitet hat, und die eine gestalterische Gesamtkomposition bilden: Frühling und Sommer, Schlaf und Auferstehung. Zwischen diesen Polen bewegt sich das Leben im immerwährenden Kreis. Die Frühlingserwachen weiterlesen

Nachgezählt: Es sind 23!

Wer nicht vor Ort sein kann, um sie Reihe für Reihe abzuschreiten und zu zählen, für den lohnt sich ein Blick auf diesen Grundriss, der 1915 in einem Buch von Hans Hildebrandt über den Platanenhain veröffentlich wurde:

Platanenhain Grundriss 1915 Ost-West

Von links nach rechts, vom Hochzeitsturm am östlichen bis zum Denkmal der Sterbenden Mutter mit Kind am westlichen Ende, sind es genau 23 Querreihen zumeist prächtiger Platanenbäume, die ein sehr langes Rechteck bilden. Eine etwas ungewöhnliche Zahl, aber sie ist nun mal Fakt und fast schon symbolisch für die Mathildenhöhe mit ihren 23 Künstlerkolonisten und ihrem Mäzen Ernst Ludwig, der mit 23 Jahren Regent wurde. Nachgezählt: Es sind 23! weiterlesen

Platanen für den Hofgarten der Mathilde

Eines der ersten Mitglieder im Ensemble des Gesamtkunstwerks Mathildenhöhe ist der Platanenhain. Der rechteckige lang gezogene Platz mit den markanten Bäumen steht schon viel länger dort als alle anderen Bauten um ihn herum. Schon im 19. Jahrhundert flanierten Darmstädter unter seinem Grün, denn er war Teil eines öffentlich zugänglichen Parks. Den hatte schon um 1800 der Bruder des regierenden ersten Großherzogs von Darmstadt auf diesem ehemaligen Weinhügel anlegen lassen. Als Prinz Christian 1830 starb ging der Park in den Besitz des späteren Großherzogs Ludwig III. über.

Der ehelichte im Dezember 1833 noch als Thronfolger die katholische Prinzessin Mathilde aus Bayern und machte ihr diesen Hügel am östlichen Stadtrand zum Hochzeitsgeschenk. So kam die Darmstädter Mathildenhöhe zu ihrem Namen. Platanen für den Hofgarten der Mathilde weiterlesen