Schlagwort-Archive: UNESCO Weltkulturerbe

5, 20, 125! Jahr der Jubiläen auf der Mathildenhöhe

3sat Museums-Check: Drehtermin Mathildenhöhe

Am Sonntag, den 10. August, macht die beliebte Sendereihe Museums-Check von 3sat Station in Darmstadt: Mit Matthias Matschke auf der Mathildenhöhe heißt es um 18:30 Uhr für die Fernsehzuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Schauspieler Matthias Matschke, bekannt aus vielen Fernsehrollen wie etwa der „heute show“ oder der Krimiserie „Professor T.“ ist in Darmstadt zur Schule gegangen, ein Heimspiel also für ihn. Nichts als Liebe empfinde er für diesen Ort, und: „Die Magie ist immer noch da.“ Zusammen mit Moderator Markus Brock spürt er in der dreißigminütigen Sendung dem Geist von Aufbruch und Experimentierfreude, von Moderne und Internationalität um 1900 nach, die damals wie heute die besondere Atmosphäre der Mathildenhöhe ausmacht.

An fünf Drehtagen war ein Team des SWR im Juli in Darmstadt, an einem davon war auch 23 Quer dabei. Im Fokus der TV- Kamera an diesem Tag: das Haus Behrens, was sich vor einem beeindruckenden Wolkenhimmel präsentierte.

3sat Museums-Check: Mathildenhöhe, „Making-of“ in Bildern

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Jubiläum: 1 + 2 + 3 + 4 Jahre UNESCO Weltkulturerbe!

Mensch, wie die Zeit vergeht! Vier Jahre ist es auf den Tag genau her, dass die Mathildenhöhe Darmstadt als 48. Welterbestätte Deutschlands in die große UNESCO-Familie aufgenommen wurde. Am 24. Juli 2021, an einem Samstagnachmittag, fiel im chinesischen Fuzhou die historische Entscheidung. Freude und große Erleichterung allerorten, insbesondere in der südhessischen Metropole. Geschafft!

Zum Geburtstag heute haben die Freunde der Mathildenhöhe und der Förderkreis Hochzeitsturm eine kleine Überraschung für die Jubilarin vorbereitet: die Mathildenhöhe auf einen Blick, gesehen mit den Augen der bekannten Darmstädter Illustratorin Nicola Koch. Eine amüsante Orientierungshilfe für alle, die zum ersten Mal die ausgezeichnete Architektur, Gartenanlagen und Skulpturen von 1901 bis 1914 bestaunen wollen, und zugleich ein witziger Augenschmaus für diejenigen, die sich bereits gut auskennen auf dem Gelände. Frei nach dem Motto: „DA geht’s lang!“

Ein Geschenk zum Geburtstag, von dem wir alle etwas haben. Denn wer möchte, kann sich das kleine Koch’sche Kunstwerk gerne als Erinnerung mitnehmen. Auf jeden Fall ist es im Shop des Hochzeitsturms auf der Mathildenhöhe kostenlos zu ergattern.

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„Meine Mathildenhöhe“: 10jähriges Jubiläum für Direktor Philipp Gutbrod

In der Rubrik „Meine Mathildenhöhe“ erzählen Menschen, die die Mathildenhöhe prägen, begleiten und für sie an den unterschiedlichsten Stellen wirken, ihre ganz persönlichen Geschichten zu diesem ganz besonderen Stück Darmstadt. Gemeinsam mit ihnen flanieren wir normalerweise über den Musenhügel. Drei Orte, drei Stopps, drei Geschichten heißt es dann. Doch bei diesem Mann machen wir eine Ausnahme. Nur drei Orte, das wäre einfach viel zu wenig Mathildenhöhe, um auch nur ein Stück weit der Leidenschaft, des Engagements und der Arbeit gerecht zu werden, die ihn täglich treiben.

Seit April 2015 ist Philipp Gutbrod Direktor des Institut Mathildenhöhe Darmstadt. Seit März dieses Jahres ist er zudem Kulturreferent der Stadt Darmstadt. Zeitgleich wurde er zum Site-Manager der Darmstädter UNESCO-Welterbestätte ernannt. 23 Quer hat den Vielbeschäftigten in seinem Büro im Oberhessischen Haus am Olbrichweg besucht, um mit ihm einen Blick zurückzuwerfen auf die vergangenen zehn Jahre und auch ein wenig vorauszuschauen auf die Pläne für die Zukunft.     

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Das große Familientreffen: die UNESCO in Darmstadt

Volles Haus bei der UNESCO-Jahrestagung 2025 (© Darmstadt Marketing, Julia Essl)

54 deutsche Welterbestätten zählt die UNESCO momentan. Kein Wunder, dass es eng wurde zum Gruppenbild im Wilhelm Köhler-Hörsaal im alten Hauptgebäude der Technischen Universität in Darmstadt. Für die jährliche Tagung, zu der der Verein der UNESCO- Welterbestätten gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission einlädt, fiel die Wahl 2025 auf Darmstadt und Messel. Vorträge, Exkursionen und viel Austausch untereinander bot das mehrtägige Programm, bei dem sich vom 23. bis 25. April alles um „Innovative Wege der Welterbevermittlung“ drehte.

Anja Herdel, Geschäftsführerin von Darmstadt Marketing und Tourismus-Chefin der Stadt, und Philipp Gutbrod, Direktor des Institut Mathildenhöhe Darmstadt und verantwortlich für die Darmstädter UNESCO-Welterbestätte, waren die gemeinsamen Gastgeber und nutzten die Gelegenheit, dem Familienbesuch aus ganz Deutschland Darmstadt und seine Stadtkrone auf der Mathildenhöhe vorzustellen. Selbstverständlich gab es auch Gelegenheit, Deutschlands erstem UNESCO-Weltnaturerbe, der Grube Messel, einen Besuch abzustatten.

Die Keynote des Hauptprogramms sprach Ralf Beil, Generaldirektor des UNESCO-Welterbes Völklinger Hütte: „Quo Vadis, Weltkulturerbe?“ Während vorher viele Fragen um das „Wie“ der Vermittlung diskutiert wurden und welcher Weg nun der bessere sei – ob analog, digital oder vielleicht ganz innovativ mit Unterstützung von KI – ging es Beil um das für ihn viel Wichtigere „Was“.

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23 Quer feiert Jubiläum!

Heute, genau auf den Tag, ist es 5 Jahre her, dass 23 Quer mit einem ersten Beitrag online ging: „Der Countdown läuft…“ hieß es am 3. Januar 2020 an dieser Stelle. Denn im Sommer 2020 sollte die Entscheidung fallen über die Mathildenhöhe und ihre Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste. Man zählte schon die Tage. Doch dann kam alles ganz anders als geplant: Nur wenige Wochen später beherrschte Corona das Land und die Welt – und an ein Treffen des Gremiums, das in China stattfinden sollte, war nicht mehr zu denken. 2021 wurde schließlich das Jahr der Entscheidung für Darmstadt mit allseits bekanntem erfolgreichen Ende: Die Mathildenhöhe ist seit dem 24. Juli diesen Jahres UNESCO Weltkulturerbe. Vor Corona entstand die Idee zu 23 Quer, währenddessen machte es seine ersten Schritte und hat in den vergangenen Jahren eine richtige Fangemeinde gewonnen. Heute ist 23 Quer fast schon eine Institution: eine regelmäßig erscheinende kleine Online-Publikation für alle Freunde und Flaneure der Mathildenhöhe.

5 Jahre, das sind auch 180 Artikel später. 36 Beiträge erscheinen jedes Jahr auf 23 Quer, im Idealfall jeden Monat 3. Manchmal mehr, manchmal weniger. Manchmal kurz, meistens länger. Sie alle sind noch da, sind jederzeit kostenlos zu lesen. Dank Schlagwortregister und Datenbank lassen sie sich durchforsten: etwa die vielen Artikel zum Platanenhain oder zum Hochzeitsturm, zu einzelnen Künstlern wie etwa Olbrich oder Hoetger. Oder Sie wählen die Jahreszahl der Ausstellung, etwa 1901 oder 1908, und Sie haben auf einen Klick alle Artikel, die jemals zu diesem Schlagwort auf 23 Quer erschienen sind, gelistet und zum sofortigen Lesen aufrufbar. Oder sie suchen nach dem Stichwort Gärten oder Gräber oder Bildhauerei oder … Was immer Sie interessiert. So vielfältig wie die Mathildenhöhe und ihre Künstlerkolonie zeigt sich im Rückblick das Panorama der behandelten Themen.



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Welterbefest: Ganz großes und ein ganz kleines Kino

Es war ganz großes Kino, was die Stadt Darmstadt mit dem Welterbefest Mathildenhöhe auf die Beine gestellt hat. Richtig begeistert war 23 Quer aber auch von einem ganz kleinen vor dem Eingang zum Hochzeitsturm: dem „Hoetger Kino“. Ein weißer Pavillon von drei mal drei Metern, darin ein paar Stühle und ein Bildschirm. Zu sehen gab es eine Filmpremiere der besonderen Art: die „Hoetger Geheimnisse erzählt von Dr. Tino Wehner“. Ein kleines Filmjuwel, produziert vom Förderkreis Hochzeitsturm, das mit vielen Geschichten und Details zur Entstehung der Skulpturen im Platanenhain zu überraschen weiß.

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Danke, Heidi Kriegbaum!

Spenden, die waren schon Anfang des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Baustein um große Kunst zum Leben zu erwecken auf der Mathildenhöhe. Angefangen beim Großherzog Ernst Ludwig, dem Initiator und Geldgeber dieses ambitionierten Projekts, bis zur künstlerischen Ausgestaltung des Platanenhains für die Ausstellung von 1914, die durch Spenden von Kunstfreunden aus Frankfurt und Wuppertal-Elberfeld finanziert wurde. Eine Tradition, die sich bis in unsere Tage erhalten hat. Die Spendenkultur auf der Mathildenhöhe ist ungebrochen! Die Sanierung vieler Objekte auf dem Gelände der UNESCO-Welterbestätte, das ein einzigartiges Ensemble aus Architektur, Skulpturen und Gärten bildet, wurden mit der finanziellen Hilfe und Unterstützung einzelner Menschen und Institutionen realisiert. Dafür wollen wir ihnen mit dieser neuen Rubrik einmal „Danke“ sagen.

Den Anfang macht Heidi Kriegbaum, die schon seit rund 50 Jahren Führungen zu und durch Darmstadt konzipiert und anbietet, und sich außerdem seit langem beim Verein Freunde der Mathildenhöhe engagiert, in dessen Vorstand sie auch noch mit über achtzig Jahren als Beirätin aktiv ist. Auch räumlich ist sie der Mathildenhöhe ganz nah: Mit ihrer Penthouse-Wohnung im obersten Stockwerk des Neufert-Baus in der Pützerstraße hat sie den Logenplatz schlechthin und einen der atemberaubendsten Ausblicke auf den magischen Hügel.

Heidi Kriegbaum im Sommer 2024 am großen Blumenpokal von Albinmüller: Dank ihrer großzügigen Spende konnte 2019 diese auffallende Bildhauerarbeit am Rande des Lilienbeckens saniert werden. Seitdem läuft kein Wasser mehr an der Seite des Steinkübels heraus. Denn das war Heidi Kriegbaum bei einer ihrer Führungen über das Mathildenhöhengelände aufgefallen. Hier wollte und konnte sie ganz konkret Abhilfe schaffen. Auch wenn sie keinen besonderen Bezug zum zweiten Leiter der Künstlerkolonie Darmstadt, dem Architekten und Gestalter Albinmüller, gehabt habe, so Kriegbaum. Aber die Form und Gestalt der Vase haben ihr schon immer gefallen. Am Ende beliefen sich die Kosten auf rund 13.000 Euro, die sie komplett übernahm.
Danke, Heidi Kriegbaum!

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3 Jahre UNESCO Welterbe, 125 Jahre Künstlerkolonie

Der Juli ist spätestens seit der Auszeichnung zum UNESCO Weltkulturerbe am 24. Juli 2021 ein besonderer Monat für die Mathildenhöhe Darmstadt und ihre Künstlerkolonie. Drei Jahre ist der große Tag mittlerweile her als das Ensemble aus Architektur, Gartenanlagen und Skulpturen offiziell aufgenommen wurde in die Liste der UNESCO Welterbestätten, damals die insgesamt 48. für Deutschland. Ein bedeutender Tag für die Mathildenhöhe und Darmstadt. Ein Juli war es auch als die vier ersten Künstler der Künstlerkolonie Darmstadt ihre Arbeit vor Ort begannen: Genau am 1.7.1899 fingen Hans Christiansen, Rudolph Bosselt, Patriz Huber und Paul Bürck in Darmstadt an. Zwei Monate später, im September 1899, stießen Ludwig Habich, Peter Behrens und schließlich auch der architektonische und künstlerischer Leiter, Joseph M. Olbrich, zur Gruppe. Die legendären Sieben der ersten Generation waren komplett und starteten das ambitionierte künstlerische Projekt, mit dem sie Großherzog Ernst Ludwig beauftragt hatte. 125 Jahre Künstlerkolonie – das ist definitiv in 2024 auch ein Grund zu feiern.

Aus Anlass dieses Jubiläums stellt 23 Quer sie Ihnen nochmals vor. Wer waren die kreativen Köpfe? Was für ein Gebilde war sie eigentlich genau, die „Künstlerkolonie Darmstadt auf der Mathildenhöhe?“

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UNESCO Welterbetag- What a Wonderful Day!

Am deutschen Welterbetag, den die UNESCO 2024 am Sonntag, den 2. Juni, feierte, war die Mathildenhöhe Darmstadt als eine von insgesamt 52 Welterbestätten des Landes mit von der Partie – und alle ihre Freunde und Förderer selbstverständlich auch!

Die Freunde der Mathildenhöhe hatten wie gewohnt viele Informationen und jede Menge Bilder zum Welterbe mitgebracht. Direkt hinter der Russischen Kapelle war eine Litfaßsäule aufgebaut mit Plakaten zu Architektur, Skulpturen und Gartenanlagen, die nochmals vor Augen führten, was die Mathildenhöhe und ihre Künstlerkolonie eigentlich so einzigartig in und für die Welt macht. Nebenan, vor dem hohen Wahrzeichen der Stadt, kredenzte der Förderkreis Hochzeitsturm neben vielen anderen Getränken mit dem „Mathilden-Sekt“ das passende Gläschen, um an diesem Feiertag kräftig anzustoßen auf den bildschönen UNESCO-Musenhügel. (Fotos obere Reihe: Nikolaus Heiss, Peter Engels und Heidi Kriegbaum; mittlere Reihe li.: Renate Charlotte Hoffmann im Gespräch; Armin Riegel, Vorsitzender vom Förderkreis Hochzeitsturm.)

Im Mittelpunkt stand an diesem Tag jedoch eindeutig das Ausstellungsgebäude, das fertig saniert in ganzer Pracht und mit hochmoderner technischer Ausstattung zu besichtigen war. Es war gut besucht, dieses dritte Welterbefest für Darmstadt: Mehr als 2.000 Besucher und Besucherinnen zählte Gabriele König, Kulturreferentin der Stadt und Leiterin des UNESCO Welterbebüros Mathildenhöhe, die sich diese Gelegenheit nicht entgehen ließen und durch das weit geöffnete Gitter des Eingangs die rund 1.000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche mit ihrem nagelneuen Hirnholzparkett aus Kiefer betraten.

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„Meine Mathildenhöhe“: Flanieren mit Anja Herdel

Mit der Bewerbung um den UNESCO Welterbe-Titel für die Mathildenhöhe und ihre Künstlerkolonie war von Anfang an auch die Erwartung verbunden, dem Tourismus in Darmstadt einen gehörigen Schub zu geben. Unterbrochen von Pandemie und aufwändiger Sanierungen erstrahlt der Musenhügel Darmstadts im Frühjahr 2024 so schön wie nie. Auch das Ausstellungsgebäude hat mit dem 20. September 2024 nun den lang ersehnten offiziellen Eröffnungstermin. Alles bereit für viele Besucher aus dem In- und Ausland? Darüber hat sich 23 Quer mit Anja Herdel unterhalten und mit ihr einen kleinen Streifzug über die Mathildenhöhe unternommen. Denn wer könnte besser um die Zahlen und Fakten und um die Pläne und Erwartungen an den städtischen Tourismus wissen als die Geschäftsführerin der Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH, die mit ihrem 24-köpfigen Team sowie rund 50 Gästeführern die touristische Vermarktung der Stadt sowie ihres Leuchtturms Mathildenhöhe vorantreibt.

In der Rubrik „Meine Mathildenhöhe“ erzählen Menschen, die die Mathildenhöhe prägen, begleiten und für sie an den unterschiedlichsten Stellen wirken, ihre ganz persönlichen Geschichten zu diesem ganz besonderen Stück Darmstadt. Gemeinsam mit ihnen flanieren wir über den Musenhügel. Drei Orte, drei Stopps, drei Geschichten. Los geht’s!

Stopp 1: Das Große Haus Glückert mit dem Omega-Portal

Keine Frage, dass dieser Ort den ersten Stopp wert ist. Denn das Große Haus Glückert ist – ganz neu – nun wieder Bestandteil der öffentlichen aber auch individuell gebuchten 90-minütigen Führungen über die Mathildenhöhe, die Darmstadt Marketing anbietet. Damit ermöglicht diese größte aller Künstlervillen auf der Mathildenhöhe wieder regelmäßig einen Einblick in das Innere eines der berühmten UNESCO-Bauten. Schließlich waren alle acht einst als Gesamtkunstwerk konzipiert. Hier kann man eines komplett in seiner ganzen Raumwirkung erleben: das Highlight jeder Führung.

Zugänglich ist die von Joseph M. Olbrich gebaute Jugendstilvilla nur im Rahmen von geführten Rundgängen von Darmstadt Marketing oder spezieller Veranstaltungen. Gesichert sind Tor und Eingang durch viele Schlösser. Und mit dem Großen Haus Glückert hatte auch Anja Herdel ihre erste „Schlüsselerfahrung“ auf der Mathildenhöhe. Gut 30 Jahre ist es mittlerweile her, dass sie als junge Frau zum ersten Mal den Schlüssel für diese herrliche Jugendstilvilla in den Händen hielt. Als Gästeführerin. Denn damit ging für sie, die sich in ihrem Studium auch mit Baugeschichte auseinandergesetzt hatte, 1993 ihre Karriere bei der Stadt Darmstadt los. Sie erinnert sich: „Ich wurde zu dieser Zeit gebeten, im Großen Haus Glückert die Aufsicht für einen Tag zu machen. Stunden habe ich auf dem von Olbrich eingebauten Stuhl an der Holztreppe links neben dem Kamin gesessen.“

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„Meine Mathildenhöhe“: Flanieren mit Hans Gerhard Knöll

Man hat das Gefühl, es geht etwas zu Ende – und eine neue Zeit beginnt. Das ist überall festzustellen: in der Gesellschaft mit ihren vielen Umbrüchen. Auf der Mathildenhöhe, die nach der UNESCO-Auszeichnung im Sommer 2021 nun langsam vollendet saniert erscheint und zu ganz neuen touristischen Ufern aufbricht. Auch beim Verein Freunde der Mathildenhöhe endet eine Ära und beginnt eine neue Zeitrechnung. Denn mit Hans Gerhard Knöll verabschiedet sich im Dezember 2023 ein Mann aus der allerersten Reihe und Riege, der als langjähriger Vorsitzender des Vereins dessen Geschicke und damit auch ein wenig die der Mathildenhöhe maßgeblich geprägt hat. Keine Frage also, dass 23 Quer mit ihm über die Mathildenhöhe flanieren musste.

In der Rubrik „Meine Mathildenhöhe“ erzählen Menschen, die die Mathildenhöhe prägen, begleiten und für sie an den unterschiedlichsten Stellen wirken, ihre ganz persönlichen Geschichten zu diesem ganz besonderen Stück Darmstadt. Gemeinsam mit ihnen flanieren wir über den Musenhügel. Drei Orte, drei Stopps, drei Geschichten. Los geht’s!

Das erste Mal hat er die Mathildenhöhe gesehen, da war er Anfang Zwanzig und kam als junger Student des Bauingenieurwesens nach Darmstadt. Das ist nun auch schon über sechzig Jahre her. Aber genau wie damals fasziniert Gerhard Knöll bis heute die besondere Architektur, die man hier oben auf dem prämierten Hügel sehen kann. Er ist einer, der mit dem Auge eines Bauingenieurs auf die Gebäude, die Gärten und die Skulpturen guckt, wo andere eher die kunstgeschichtlichen Zusammenhänge oder die Schönheit der Anlage sehen. Sein Blick geht oft hinter die Fassade, auf die zugrunde liegende Konstruktion der Gebäude. Er kann sich dabei immer wieder über die innovativen Ansätze begeistern, die die Künstlerkolonie Darmstadt insbesondere auch bei der Bautechnik hatte.

Einer seiner Lieblingsorte auf der Mathildenhöhe ist das Ausstellungsgebäude, 1908 gebaut von Joseph Maria Olbrich für die dritte, die Hessische Landesausstellung für freie und angewandte Kunst. Breit thront es auf dem alten Wasserspeicher der Stadt, wodurch es seine imposante Höhe erhält, obwohl es eigentlich nur ein eingeschossiger Bau ist. Der Gebäuderiegel fungiert als Spange, die den Hochzeitsturm links mit der Russischen Kapelle rechts verbindet. Es fasst die einzelnen, doch recht unterschiedlichen Gebilde, zu etwas Einheitlichem zusammen, lässt überhaupt erst den Eindruck eines Ensembles entstehen. Das Ausstellungsgebäude ist ein wichtiges architektonisches Element für das gesamte Erscheinungsbild der Mathildenhöhe.

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Café Restaurant Mathildenhöhe

Sabaisplatz 1 – 64287 Darmstadt

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10:00 – 22:00 Uhr

Telefon: +49 (0)172 6623182

caferestaurantmathildenhöhe.de

Nikolaus Heiss wird 80: Gratulation, Mr. Welterbe

Heute, am 3. Oktober 2023, wird einer 80 Jahre alt, dem man seine Jahrzehnte nun wirklich nicht ansieht: Nikolaus Heiss alias „Mr. Welterbe“. Diesen inoffiziellen Ehrentitel, der spätestens seit eines Zeitungskommentars von Johannes Breckner im Darmstädter Echo öffentlich und in aller Munde ist, hat er sich wahrlich verdient. Seit frühen Kindheitstagen ist er mit „seiner“ Mathildenhöhe so vertraut wie kein Zweiter. Er hat die Stadt Darmstadt auf ihrem langen Weg zum UNESCO Weltkulturerbe als ihr Berater und Koordinator viele Jahre unterstützt. Er hat das einmalige Ensemble aus Architektur, Gartenanlagen und Skulpturen über Jahrzehnte in Tausenden von Fotografien festgehalten, das Bild von ihr in der Öffentlichkeit damit nachhaltig geprägt. Sei es auf der Webseite der UNESCO, sei es in unzähligen Publikationen – mit grandiosen Luftaufnahmen, aber auch durch die unverkennbare Liebe zu ihren Details.

Der langjährige Leiter der Denkmalpflege Darmstadt hat sie immer wieder dokumentiert, saniert und sich bis heute gemeinsam mit dem Verein „Freunde der Mathildenhöhe“, deren zweiter Vorsitzender er ist, für die Gesamtanlage und besonders für den Platanenhain eingesetzt. Zusammen mit der Kunsthistorikerin Renate Charlotte Hoffmann hat er im Herbst 2021 den mit großformatigen Fotografien reich geschmückten Band über das frisch gebackene Welterbe Mathildenhöhe veröffentlicht. An dieser Stelle sei das ausführliche Portrait über ihn auf 23 Quer zur Lektüre empfohlen: Meine Mathildenhöhe – Flaniert mit Nikolaus Heiss. Auch im Darmstädter Echo, digital allerdings nur lesbar für Abonnenten, wurde er zum Jubiläum nun besonders gewürdigt: Hüter des Darmstädter Welterbes: Nikolaus Heiss wird 80.

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ich sagte Ihnen immer:
ihr seid niemanden verantwortlich außer der menschheit
– und die wird später erst sagen, was gut an euren gedanken ist.

Geradezu prophetische Worte von Großherzog Ernst Ludwig, festgehalten in seiner Autobiografie „Erinnertes“, die er – einige Jahre vor seinem Tod – formulierte und in der er ein wenig wehmütig auf seine jungen Jahre als Regent und sein ambitioniertes Projekt der Künstlerkolonie Darmstadt und ihrer spektakulären Ausstellungen zurückblickt: auf die Aufbruchstimmung, von der er und „seine“ Künstler vor allen Dingen zur Premiere in 1901 erfasst waren; auf den Mut zum Experiment und dem Willen, alles, wirklich alles neu zu denken, das Leben rundum neu zu gestalten.

Vom Aufbruch in die Moderne erzählt die Künstlerkolonie Darmstadt, vom spannenden Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. So einmalig, vielfältig und überzeugend, dass die Mathildenhöhe vor genau zwei Jahren, am Samstag, den 24. Juli 2021, in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Seit diesem Moment heißt es wieder in Darmstadt: „Ihr seid niemandem verantwortlich außer der Menschheit“. Denn genau dieser gehört nun das kunsthistorisch so bedeutende Ensemble aus Architektur, Skulpturen und Gartenanlagen: der Menschheit. Nicht mehr nur den Darmstädtern allein, sondern allen auf der Welt. Auch Ihnen.

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Die große UNESCO-Party auf der Mathildenhöhe

Nuit en bleu: unsere Schöne der Nacht.

Geburtstag hat sie ja eigentlich erst am 24. Juli, doch wenn die UNESCO weltweit den Welterbetag feiert, da darf Darmstadt und die Mathildenhöhe natürlich nicht fehlen! Schon letztes Jahr war die noch frisch gekürte und 48. von insgesamt 51 Welterbestätten in Deutschland mit dabei und stemmte inmitten vieler Baustellen ein großartiges Programm, zu dem auch schon vor einem Jahr das Grosse Haus Glückert gehörte – noch mitten in der Sanierungsphase. Die frühen Einblicke, die die Denkmalpflege angemeldeten Besuchergruppen gab, waren damals schon hochinteressant. Auch jetzt, 2023 und pünktlich zum UNESCO-Welterbetag wiedereröffnet, war die größte Olbrich-Villa der Künstlerkolonie Darmstadt eine der Hauptattraktionen, die die Stadt Darmstadt den Besucher und Besucherinnen mit Stolz präsentierte.

Dieses Jahr gab es gleich an zwei Tagen ein volles Programm, am 3. wie am 4. Juni, und on Top noch eine riesige Party unter freiem Himmel: das erste UNESCO Welterbe-FEST auf der Mathildenhöhe. Ganz im Geiste der früheren Jugendstilfeste und ganz in der Tradition der historischen Ausstellungen der Künstlerkolonie erstrahlte der Musenhügel über der Stadt in einer „Illumination“, leuchtete im Dunkel der untergehenden Sonne in den herrlichsten Farbtönen. Dazu Lampions und Lichter überall: ein wahrer UNESCO-Sommernachtstraum!

Eröffnung durch Oberbürgermeister Jochen Partsch, der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Andrea Dorn, sowie dem Kulturreferenten und Leiter des Welterbebüros der Stadt, Professor Ludger Hünnekens, am Samstagabend. Philipp Gutbrod, Direktor des Instituts Mathildenhöhe Darmstadt, erhielt am Sonntag symbolisch den Schlüssel für das neue Ausstellungsgebäude, für das noch technische Probeläufe zu absolvieren sind. Schlussakkord mit Sekt und Gesang : der Startschuss für eine lange Nacht und ein großes UNESCO-Fest!

Die 23 Quer-Bildergalerie mit Impressionen vom großen UNESCO-Wochenende:

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Wenn weniger mehr ist: neues Besucherzentrum

Ein Besucherzentrum mitten in der besonders geschützten Kernzone des historisch wertvollen Welterbes Mathildenhöhe errichten? Das geht gar nicht – und hätte beinahe im Sommer vor zwei Jahren Darmstadt den UNESCO-Titel gekostet. Doch die Stadt reagierte unverzüglich auf die vorab vernommene Kritik aus der UNESCO-Zentrale in Paris und zog noch während der laufenden Bewerbung in Rekordgeschwindigkeit das bereits geplante Besucherzentrum aus dieser „No-Go“-Zone. Ohne dieses beherzte Eingreifen der Stadtoberen wäre die Entscheidung der UNESCO am 24. Juli 2021 wohl vertagt worden, hätte die Stadt Darmstadt trotz kunsthistorisch einmaligem Wert für die Menschheit wohl heute noch kein Welterbe Mathildenhöhe.

Gestern, am 9. Mai 2023, war es nun so weit: Oberbürgermeister Jochen Partsch stellte der Öffentlichkeit im voll besetzten Foyer der h_da am Fachbereich Gestaltung auf der Mathildenhöhe erstmals die neue Planung für das Besucherzentrum vor. Das Büro Marte.Marte Architekten aus Feldkirch in Österreich hatte 2018 den Wettbewerb sehr klar für sich entschieden. Ihr Entwurf damals: ein eleganter lang gestreckter Riegel, der sich als eingeschossiger Streifen bis ganz nach oben an die oberste Ecke des Olbrichwegs legte. Die Herausforderung für die Architekten war dieselbe geblieben, wie Stefan Marte zu Beginn seiner Präsentation ausführte: „Aus dem Hintereingang der Mathildenhöhe eine attraktive Vorderseite zu machen.“

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Kehraus zur Fastnacht: Die Baustellen-Revue

Februar und Fastnacht: Das ist traditionell der Monat und die Zeit der Reinigung. Zwischenzeit. Das alte Jahr ist nun tatsächlich Vergangenheit, vorbei. Das neue hat noch nicht so ganz begonnen. Daher hier ein letzter Blick zurück auf die schönsten Baustellen-Momente von der Mathildenhöhe. Darmstadts Weltkulturerbe war vor allen Dingen 2022 vielerorts verhüllt, versperrt und eingerüstet. Danach machen wir aber ganz schnell die Augen zu und freuen uns auf unser bald komplett saniertes Schmuckstück. Denn in 2023 wird sie so glänzen und strahlen wie nie, unsere Mathildenhöhe!

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Tourismus-Botschafter der Mathildenhöhe: Im Gespräch mit den Guides

Die Mathildenhöhe war 2022 ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher und Besucherinnen aus nah und fern. Nach langen zwei Corona-Jahren zog es wieder viele Menschen hinauf zu dem einmaligen Ensemble aus Architektur, Skulptur und Gartenanlagen. Doch 2022 war für die Mathildenhöhe zugleich ein Jahr des Übergangs. Am Besten können uns noch die vom Musenhügel berichten, die im vergangenen Jahr nahezu täglich Gruppen über das noch junge UNESCO-Welterbe informiert haben: die Gästeführer der Stadt Darmstadt. Mit drei von ihnen hat 23 Quer gesprochen:

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Happy Birthday!

Ein Jahr UNESCO Weltkulturerbe

Nur hier auf der Welt ist der Aufbruch in die Moderne so schön und an so vielen Beispielen zu verfolgen wie auf der Darmstädter Mathildenhöhe. Besonders beim Hochzeitsturm von 1908 mit seinen über Eck laufenden Fensterbändern, die eine Premiere in der Architektur des 20. Jahrhunderts darstellen – in Darmstadt vom Architekten Joseph Maria Olbrich erfunden. Vor genau einem Jahr wurde das Ensemble aus Architektur, Gartenanlagen und Skulpturen, das zwischen den Jahren 1901 und 1914 zu vier Ausstellungen entstand, zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.

Die Entscheidung war spannend bis zum Schluss, aber schließlich fiel am 24. Juli 2021 gegen 15 Uhr unserer Zeit der Hammer im fernen China: „Adopted!“ Aufgenommen in die große Familie der UNESCO Welterbestätten. Mit den fünf Neuzugängen der Nominierten von 2020 und 2021 zählt Deutschland zur Zeit insgesamt 51 Welterbestätten. Die erste war 1978 der Aachener Dom.