Frühlingsgefühle für die Hoetger-Plastiken: Alles bereit und ausgepackt!

Pünktlich zu Ostern zeigt sich der Platanenhain in seinem schönsten Frühlingskleid. Bis vor wenigen Tagen noch waren die freistehenden Skulpturen des Geländes winterdicht verpackt, jede von einem eigenen kleinen Häuschen aus Holz umhüllt. Eben noch vor hartem Winterfrost geschützt sind sie nun wieder in ihrer ganzen Schönheit und Kunstfertigkeit zu bewundern: die sieben Krugträgerinnen der Nordwand, die zehn Löwenvasen der Südseite sowie die vier Schakalvasen aus Guss-Stein im Westen. Insgesamt 21 Skulpturen gilt es jedes Jahr im Herbst zu verhüllen und im Frühjahr wieder zu befreien von ihrem schützenden Winterhaus.

Das Gesamtkunstwerk aus den Händen des Bildhauers Bernhard Hoetger umfasst noch acht weitere Objekte: drei Frauenskulpturen, die sich zur „Brunnengruppe“ vereinen, die vier Reliefbilder in den Ecken des Hains sowie das zentrale Denkmal der sterbenden Mutter mit Kind. Eine monumentale Installation von Kunst im Freien, die besonderen Schutz Bedarf.

Wie der gelang und jedes Jahr von neuem realisiert wird, davon weiß Nikolaus Heiss, früher oberster Denkmalpfleger der Stadt und heute stellvertretender Vereinsvorsitzender der „Freunde der Mathildenhöhe“ sowie Berater für die Mathildenhöhe im Auftrag Darmstadts, zu berichten:

„Bereits 2005 wurde wegen des fortschreitend schlechter werdenden Zustands der 29 Skulpturen und Objekte im Platanenhain eine restauratorische Befunduntersuchung und Schadensaufnahme durchgeführt. Auf dieser Grundlage entwickelte ein Restaurator ein Restaurierungs- und Konservierungskonzept, das ab 2011 durchgeführt wurde. Ergänzend zu städtischen Investitionen kam durch ein außergewöhnlich starkes finanzielles Engagement aus der Darmstädter Bürgerschaft, von Vereinen, Firmen und Institutionen ein Großteil der erforderlichen Mittel von über 200.000 Euro zusammen.

Von Anfang an war klar, dass die Kunstwerke vor Frost, Regen und Schnee geschützt werden müssen. Mit insgesamt 21 Wintereinhausungen werden seit 2012 die sieben Krugträgerinnen, die zehn Löwenvasen und die vier Schakalvasen vor Frostschäden bewahrt. Die Einhausungen konstruierte die Firma Uhland in Abstimmung mit der Denkmalpflege. Jedes Jahr werden im Oktober oder November die Gehäuse aufgebaut und im April wieder abgebaut. Von Beginn an haben Mitglieder des Vereines Freunde der Mathildenhöhe e.V. den Auf- und Abbau mit Arbeitseinsätzen unterstützt. Der Förderkreis Hochzeitsturm e.V. engagiert sich seit 2015 finanziell durch Übernahme der Kosten.“

Von einer Neuerung, die gerade an den Winter-Einhausungen fertig gestellt wurden, wird man allerdings jetzt noch nichts bemerken und bis zum nächsten Winter warten müssen: Denn jedes der Holzhäuschen hat nun eine eigene Informationstafel erhalten, die über das verborgene Kunstwerk darin informiert. Beim Anbringen der Schilder an der Hausfront haben die Darmstädter Firmen Uhland und Knaup unterstützt. Ab der Wintersaison 2021/22 kann man nicht nur eine Abbildung von der jeweiligen Figur sehen, sondern dazu auch noch ein wenig zur Restaurationsgeschichte erfahren.

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