Noch ein Jubiläum: Fünf Jahre UNESCO-Welterbe!

Kinder wie die Zeit vergeht: Exakt fünf Jahre ist es her, dass die UNESCO-Kommission am 24. Juli 2021 die Mathildenhöhe Darmstadt in die Liste der Welterbestätten unseres Planeten aufnahm. Es war ein Samstag, gegen 15 Uhr, als in China die Entscheidung fiel. Online in der ganzen Welt zu verfolgen. Das Votum für Darmstadt war gar nicht so sicher, wie man allgemeinhin denkt: Denn um den begehrten Titel hatten sich vier weitere aussichtsreiche Kandidaten allein aus Deutschland beworben.

Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz, die bedeutenden Kurstädte Europas mit den deutschen Bad Kissingen, Bad Ems und Baden-Baden sowie der Niedergermanische wie der Donaulimes mit seinen deutschen Teilen – sie alle feiern heute mit der Mathildenhöhe Darmstadt ihr fünfjähriges UNESCO-Jubiläum. Denn, unglaublich, aber wahr, alle fünf deutschen Kandidaten wurden auf der UNESCO-Konferenz 2021, die auch über die Nominierten des ausgefallenen Corona-Jahres 2020 entschied, in die Welterbeliste aufgenommen. Darmstadt wurde damit zur 48. Welterbestätte Deutschlands. Mittlerweile zählt die UNESCO Welterbestätten Deutschland e.V. hierzulande insgesamt 55 Welterbe-Orte, davon handelt es sich bei 52 um Weltkulturerbestätten, 3 gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Zur Zeit tagt das „World Heritage Committee“ wieder, in Asien wie vor fünf Jahren, dieses Mal in Südkorea. Laut dem Zeitplan (Stand: 19 Juli) der aktuell laufenden Veranstaltung, die vom 19. bis zum 29. Juli 2026 in Busan stattfindet, steht exakt heute das Item 8 B – Nominations to the World Heritage List auf dem Programm. Um 15 Uhr geht es wieder los mit der Abstimmung über die nominierten Kandidaten. Den Anfang der diesjährigen Entscheidungen macht der Süd-Sudan, wie Monumente im Libanon und Palästina, die allesamt durch Krieg gefährdet sind und dringend entschieden werden müssen. Mehr als 30 Kandidaten stehen von heute an zur Debatte und bewerben sich um eine Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO. Für Frankreich stehen am Sonntag, dem 26. Juli, etwa die Strände der Alliierten-Landung im 2. Weltkrieg, dem „D-Day“, zur Abstimmung sowie Bauwerke von Alvar Aalto in Finnland.

Auch Deutschland ist 2026 Jahr wieder unter den Nominierten zu finden, dieses Mal mit einem einzigen Kandidaten: der Waldsiedlung Zehlendorf von Bruno Taut in Berlin, eine Erweiterung der von der UNESCO bereits ausgezeichneten Siedlungen der Berliner Moderne. Seien wir also gespannt, welche Stätten die Weltgemeinde in den nächsten Tagen als neue Mitglieder in den Reihen des UNESCO-Welterbes begrüßen kann. Für Deutschland und die nationale UNESCO-Kommission wäre die Aufnahme der Berliner Kandidatin ein schönes Geschenk. Denn diese feiert ebenfalls in diesem Jahr ein Jubiläum: 1951, vor 75 Jahren wurde die deutsche UNESCO-Kommission gegründet. 25jähriges UNESCO-Jubiläum feiert in diesem Jahr übrigens die Zeche Zollverein in Essen.

Herzlichen Glückwunsch allen Jubilaren!

Das Jubiläum des Jahres: Mathildenhöhe Darmstadt (1901 – 2026)

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