Was wäre das Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe ohne seinen Rahmen, ohne die vielen bepflanzten Pergolen aus Gussbeton, die alles mit wunderbarem Grün umkränzen? Schon die ersten Grundrisszeichnungen von Joseph M. Olbrich zeigen einen Bau, der bereits 1908 von einem Raster aus unzähligen Pergolen-Quadraten komplett eingefasst ist. An einigen Stellen sind diese sogar mehrgeschossig angelegt, so dass Wein und Rosen wie Kaskaden am Gerüst aus Beton hinabranken können. Die Verschmelzung von Architektur und Natur – hier am Fuße des Ausstellungshügels ist sie nun nach langjähriger Sanierung wieder zu bewundern.

Nicht nur am Musenhügel von Ausstellungsgebäude und Hochzeitsturm, sondern auch an vielen anderen Stellen des gesamten UNESCO-Geländes bilden die bepflanzten Pergolen von Olbrich dekorative wie schattenspenden Strukturen, die Treppen und Wege zieren und zum Flanieren geradezu einladen.

Am Alexandraweg, gegenüber vom Haus Behrens, befindet sich auf einem Rasenstück eine weitere Reihe von Pergolen. Diese sind nicht von Olbrich. Sie wurden erst einige Jahre später, zur letzten Ausstellung der Künstlerkolonie von Albin Müller, dem leitendenden Architekten und Olbrichs Nachfolger, errichtet. Sie sind verspielter gestaltet als die geradlinigen von Olbrich, mit Voluten im Kapitell, und sie sind auch nicht aus Beton, sondern aus Gussstein. Sie sind der Rest einer temporären Bebauung, bei der man auf diesem Grundstück den Besuchern 1914 ein zerlegbares Ferienhaus aus Holz präsentierte.

***

Hinterlasse einen Kommentar